In dem Buch Wie ist es so im Himmel? stellt sich Margot Käßmann mutig und ermutigend der gefürchteten Kinderfrage des Buchtitels wie folgt: „Der Himmel ist weit und unendlich, ja. Wir wissen nicht genau, was sich dort alles verbirgt. Aber auch der Himmel ist Teil von Gottes Schöpfung, er ist nicht irgendein angstgebietendes schwarzes Loch. Es ist wunderbar, sich auf den Himmel einzulassen. Es kann auch eine Befreiung sein – auch für ein Kind! –, sich einmal von der Erde lösen zu dürfen und Vertrauen in die Weite des Himmels zu finden.“ In diesem Ausschnitt ihrer Antwort nehme ich eine sehr respektvolle und wertschätzende Haltung gegenüber dem Schöpfer und der unheimlichen Unendlichkeit des Himmels wahr. Am meisten beschäftigt und fasziniert mich der Satzteil „…sich einmal von der Erde lösen dürfen und Vertrauen in die Weite des Himmels zu finden.“

Genau danach richtet sich doch eine in uns tiefverankerte Sehnsucht aus: sich hin und wieder lösen von allem Begrenzten, Beschwerten und Beschädigten – sich voller Vertrauen in die unbekannte Weite fallen lassen, wo wir hoffnungsvoll Geborgenheit, Trost und Heilung vermuten. Das ist mein Himmel. Das ist der Ort an dem ich gerne bin und auch eines Tages sein werde.

In diesem Jahr möchte ich jedoch weniger hoch zum Himmel schauen, sondern viel mehr dem Himmel auf Erden begegnen. Der Himmel ist durch Jesus Christus mitten unter uns – mitten in unserer Gemeinde, mitten in deinem Alltag.

Daher würde ich mich freuen, wenn wir uns gemeinsam auf die Suche nach dem Himmel unter uns und in uns machen – gemeinsam als Kästorfer.

Euer Daniel

(Quelle: Käßmann, Margot: Wie ist es so im Himmel? Kinder fragen nach Gott und der Welt. Freiburg: Verlag Herder, 2009, S. 42.)